Notfall & Sicherung
Wasserschaden — die ersten 24 Stunden entscheiden
Wasserschaden ist immer ein Schock. Decke tropft, Boden schwimmt, im Hinterkopf rechnet man schon die Schadenshöhe hoch. Was viele falsch machen: zuerst Schadenbegrenzung, später die Versicherung. Die richtige Reihenfolge ist umgekehrt — und die ersten 24 Stunden entscheiden, ob das Schadensbild für die Versicherung sauber dokumentiert ist.
Wir sind in Berlin und Brandenburg seit Jahren regelmäßig im Notdienst unterwegs — meist Wasser, manchmal Sturm, manchmal Einbruch. Was wir immer wieder sehen: Bauherren räumen erst auf, telefonieren dann mit der Versicherung. Beides ist verkehrt. Hier die richtige Reihenfolge, nüchtern aufgeschrieben.
Schritt 1 — Wasser stoppen, Strom raus
Klingt banal, ist aber der Punkt, an dem viele in Panik handeln. Wenn das Wasser läuft:
- Hauptwasserhahn schließen (im Keller oder Hausanschlussraum)
- Strom in den betroffenen Räumen abschalten am Sicherungskasten — niemals nasses Gerät anfassen
- Lüftung an — Fenster öffnen, gegen Schimmel ist Frischluft das wichtigste
Wenn Sie nicht selbst an die Hauptwasserleitung kommen (Mietwohnung, Stockwerk, kein Schlüssel zum Keller): Hausverwaltung anrufen oder Notdienst rufen. Wir kommen in Berlin in der Regel innerhalb von 60 bis 90 Minuten.
Schritt 2 — Fotos machen, BEVOR Sie aufräumen
Das ist der häufigste Fehler. Bauherr räumt erstmal auf, ruft dann die Versicherung an, die fragt nach Fotos vom Schadenszustand — die niemand mehr hat.
Vor dem Aufräumen: machen Sie mit dem Handy Fotos und ein kurzes Video. Datum und Uhrzeit werden automatisch gespeichert. Diese Aufnahmen sind später Ihr wichtigster Beleg gegenüber der Versicherung. Ohne Fotos gibt es oft Streit über den Umfang des Schadens.
Was Sie fotografieren sollten:
- Quelle des Schadens — geplatztes Rohr, defekte Spülmaschine, Decke mit Wasserfleck
- Betroffene Flächen — Boden, Wände, Decke, Möbel
- Beschädigte Gegenstände — Elektronik, Bücher, Teppiche
- Zeitstempel — kurz das Datum auf dem Handy anzeigen oder neben dem Schaden eine Tageszeitung halten
Schritt 3 — Versicherung anrufen
Bei Wasserschäden gibt es typischerweise zwei Versicherungen:
- Gebäudeversicherung zahlt für die Substanz (Wand, Decke, Boden, fest verlegte Installation)
- Hausratversicherung zahlt für bewegliche Gegenstände (Möbel, Elektronik, Kleidung)
In der Mietwohnung: Sie melden bei der Hausratversicherung, der Vermieter bei der Gebäudeversicherung. Bei selbstgenutztem Eigentum: meistens haben Sie beide Versicherungen, dann beide anrufen.
Was die Versicherung wissen will:
- Datum und Uhrzeit des Schadens (oder Entdeckung)
- Vermutete Ursache (geplatztes Rohr, Geräte-Defekt, Sturm-Folge)
- Erste Schadenseinschätzung (welche Räume, ungefähre Größe)
- Sicherungs-Maßnahmen, die Sie eingeleitet haben
Schritt 4 — Hülle sichern, nicht trocknen
Hier kommt der nächste Klassiker: Bauherren wollen sofort trocknen, kaufen Trockner, hängen Tücher auf. Das ist verkehrt. Bei einem laufenden Wasserschaden in einer bewohnten Wohnung gilt:
- Erst die Hülle sichern — das heißt, weiter eindringendes Wasser stoppen
- Möbel zur Seite — was nass werden könnte, wegrücken
- Erst dann trocknen — und das macht ein Bautrockner-Profi mit Bautrockner und Hygrometer
Was wir konkret als Notdienst tun:
- Plane über das Loch in der Decke, falls von oben Wasser kommt
- Folie auf dem Boden, um stehendes Wasser zu kanalisieren
- Eimer unter tropfende Stellen
- Bautrockner-Empfehlung — wir leihen Ihnen einen oder vermitteln Sie an einen Trockner-Verleih
Wir sanieren nach dem Schaden in der Regel auch — neue Trockenbau-Decke, neue Fenster wenn betroffen, Anschluss-Detail. Die eigentliche Wasser-Reparatur (defektes Rohr) ist Sanitär und gehört zu unserem Berliner Sanitär-Meisterpartner.
Was Sie NICHT machen sollten
1) Mit dem Heizkörper-Voll-Aufdrehen trocknen — das beschleunigt nur die Ausbreitung der Feuchtigkeit in die Wand.
2) Nasse Tapeten abreißen — manchmal kann der Versicherer das später als Beleg fordern.
3) Das Loch in der Decke selber zumachen — auch das ist Beweis-Material, mit dem Verschluss kann Streit über den Schadensumfang entstehen.
Wasserschaden Schritt für Schritt — Video
Wenn Sie das Vorgehen nochmal kompakt sehen wollen, dieses Video fasst die wichtigsten Schritte vor der Versicherungs-Meldung zusammen:
Berlin-Spezifika — was bei Altbau-Wasserschäden anders ist
Berliner Altbau-Wohnungen haben drei Eigenheiten, die bei Wasserschäden zur Falle werden können:
Holzdecken mit Schüttung: In Häusern aus den 1880ern bis 1930ern liegt zwischen den Deckenbalken oft eine Schüttung aus Lehm, Sand oder Schlacke. Dringt Wasser ein, saugt sich diese Schüttung voll und gibt die Feuchtigkeit über Wochen langsam wieder ab. Schimmelrisiko enorm. Wer hier nur die sichtbare Decke trocknet, übersieht das eigentliche Problem.
Putz auf Stuckschilf: Decken-Stuck wird im Altbau auf Schilfmatten (Putzträger) aufgebracht. Bei längerer Nässe gibt das Schilf nach, der Stuck bricht ab. Eine Wasserschaden-Reparatur an Stuckdecken ist deutlich teurer als bei einer modernen Trockenbau-Decke — rechnen Sie mit 200 bis 400 Euro pro Quadratmeter Stuck-Sanierung.
Mehrfamilienhaus mit Steigleitungen: Bei einem Wasserschaden im Berliner Altbau-Haus sind oft mehrere Wohnungen betroffen, weil die Steigleitungen vertikal durchs Haus laufen. Ihr Schaden im 3. OG kann Folgeschäden bis ins Erdgeschoss verursachen. Hausverwaltung und alle betroffenen Mieter müssen schnell informiert werden.
Was kostet ein Notdienst-Einsatz?
In Berlin und Brandenburg, durchschnittliche Werte 2023:
- Anfahrt + Erstaufnahme — 80 bis 120 Euro netto
- Sicherung der Hülle (Plane, Folie, Notverschluss) — 200 bis 500 Euro netto, je nach Aufwand
- Bautrockner-Leihgebühr — pro Tag etwa 30 Euro
- Trockenbau-Sanierung nach dem Schaden — etwa 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Decke / Wand / Anschlüsse
Bei Wohngebäudeversicherungen werden diese Kosten in der Regel übernommen, sofern der Schaden gemeldet ist und die Maßnahmen plausibel sind. Wir schreiben die Rechnung direkt für die Versicherung — Sie haben damit nichts zu tun.
Wann Sie uns rufen sollten
- Decke tropft, und Sie kommen nicht ans Hauptwasser
- Wasser auf dem Boden, und Sie wissen nicht, woher es kommt
- Schaden ist nachts oder am Wochenende — wir sind erreichbar
- Die Versicherung verlangt eine professionelle Sicherung
Erreichbarkeit: 0152 / 53935508 (Maik Marx direkt) oder 030 / 98694471 (Büro werktags). Auch per WhatsApp — Foto vom Schaden hilft bei der Einschätzung.
Hörempfehlung — Schäden vorher erkennen
Wer einen Wasserschaden einmal mitgemacht hat, denkt danach gerne über Smart-Home-Wassersensoren nach. Wasserwarner unter Waschmaschine, Heizung und im Bad sind heute günstig und können den Schaden begrenzen, bevor er groß wird. Unsere Schwestermarke Solarsorglos hat dazu eine Folge zum Smart-Home-Thema:
Häufige Fragen zu Wasserschäden
Zahlt die Versicherung auch, wenn ich erst spät melde? In den meisten Verträgen müssen Sie den Schaden „unverzüglich” melden — in der Praxis innerhalb von 3 bis 7 Tagen. Wer länger wartet, riskiert Kürzung der Leistung wegen „Verletzung der Mitwirkungspflicht”. Die ersten 24 Stunden sind also nicht nur dokumentarisch wichtig, sondern auch versicherungsrechtlich.
Was ist der Unterschied zwischen Leitungswasser- und Elementarschaden? Leitungswasser-Schaden ist Wasser aus den hauseigenen Leitungen (Rohrbruch, defektes Gerät) und ist in der Standard-Gebäudeversicherung enthalten. Elementarschaden meint Wasser von außen (Starkregen, Rückstau, Hochwasser) und braucht eine separate Elementar-Schaden-Versicherung. Viele Berliner Bestandshäuser haben diese nicht — und merken es erst beim Schadensfall.
Muss ich den ersten Schadensfall selbst zahlen? Bei Wohngebäudeversicherungen liegt die Selbstbeteiligung typisch bei 250 bis 500 Euro pro Schadensfall. Die Notdienst-Sicherung wird oft trotzdem voll übernommen, weil sie als „Schadensminderungs-Maßnahme” zählt — und die ist im Versicherungsvertrag meist ohne Selbstbeteiligung gedeckt.
Wie lange dauert die Trocknung einer Wohnung? Bei einem normalen Wasserschaden in einer 70 m² Wohnung mit Bautrockner-Einsatz rechnen wir mit 2 bis 4 Wochen Trocknungszeit. Mit Schüttung in der Decke (Berliner Altbau): 6 bis 10 Wochen. Erst nach Trocknung kann die Sanierung beginnen — sonst arbeiten Sie gegen die Feuchtigkeit.
Kann ich während der Sanierung in der Wohnung wohnen bleiben? Bei kleineren Schäden (ein Raum) ja. Bei größeren Schäden (mehrere Räume, Decke betroffen) eher nicht — der Bautrockner ist laut, die Luft ist trocken bis Reizung der Schleimhäute. Hotelkosten sind über die Versicherung abrechenbar, wenn der Aufenthalt bauseits notwendig ist.
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Akuter Wasserschaden? Direkt anrufen.
Bei laufendem Wasserschaden zählt jede Minute. Rufen Sie uns direkt an — auch nachts, auch am Wochenende. Wir sind in Berlin innerhalb von 60 bis 90 Minuten vor Ort und sichern die Hülle, damit der Schaden nicht weiter wächst.
→ Notdienst anrufen: 0152 / 53935508
Oder per WhatsApp: einfach Foto vom Schaden schicken, wir melden uns innerhalb 5 Minuten zurück.
— Maik Marx