„Welche Brandschutztür brauchen wir jetzt?" — die Frage hören wir bei fast jedem Sanierungs-Projekt mit Gewerbe-Anteil. T30, T60, T90 sind keine Marketing-Begriffe, sondern eine in der DIN festgelegte Feuerwiderstands-Klassifizierung. Wer T90 einbaut, wo T30 reicht, verbrennt Geld. Wer T30 nimmt, wo T90 vorgeschrieben ist, riskiert die Bauabnahme.

In Berlin sind Brandschutztüren in praktisch jedem Mehrfamilienhaus, jedem Bürogebäude und vielen Wohnungen Pflicht — meist im Zusammenhang mit Brandwand-Anschlüssen oder Treppenraum-Zugängen. Hier ehrlich, was die Klassen bedeuten und welche Tür für welchen Fall passt.

T30 30 Min · Wohngebäude
T90 90 Min · Brandwand & Tiefgarage
1.200 € Einstiegspreis T30
30–50 Türen pro Jahr bei uns

Was T30, T60, T90 bedeutet

Die Zahl gibt die Feuerwiderstands-Dauer in Minuten an. Eine T30-Tür hält dem Feuer mindestens 30 Minuten stand, ohne dass das Feuer auf die andere Seite durchdringt. Genauer: Bei genormter Brandprüfung nach DIN 4102 oder EN 13501 hält die Tür 30, 60 oder 90 Minuten lang die Temperatur auf der nicht-feuer-zugewandten Seite unter einem bestimmten Wert.

  • T30 — 30 Minuten Feuerwiderstand. Die häufigste Klasse in Berliner Wohngebäuden.
  • T60 — 60 Minuten. In Deutschland selten verlangt.
  • T90 — 90 Minuten Feuerwiderstand. Pflicht für Brandwand-Türen in Treppen-Zugängen, Tiefgaragen und teilweise Heizungsräumen.
  • T120 — 120 Minuten. In Deutschland praktisch nicht eingesetzt, in Industrie selten.
Praxis-Tipp

In den meisten Berliner Wohngebäuden reichen T30-Türen für Wohnungs-Eingänge zum Treppenraum. T90 ist meistens nur an Treppenraum-Vorräumen, Heizungsräumen oder Sondernutzungen wie Tiefgaragen vorgeschrieben. Wenn ein Anbieter Ihnen T90 für die Wohnungstür empfiehlt, ohne dass die Bauordnung das verlangt, fragen Sie nach.

Brandschutz, Rauchschutz, Sicherheit — drei verschiedene Konzepte

Der Klassiker im Erstgespräch: „Wir brauchen eine richtige Sicherheitstür”. Das ist meistens unklar — denn drei verschiedene Funktionen werden von Bauherren regelmäßig in einen Topf geworfen:

  • Brandschutztür (T30/T90) — schützt gegen Feuer-Durchschlag. Pflicht in vielen Bauordnungen. Hat NICHT zwingend Schutz gegen Einbruch.
  • Rauchschutztür (RS) — verhindert die Ausbreitung von Rauch in andere Brandabschnitte. Pflicht zwischen Treppenräumen und Wohnungen in vielen Mehrfamilienhäusern. Brandwiderstand: keiner zwingend.
  • Sicherheitstür / Einbruchschutztür (RC2/RC3/RC4) — schützt gegen mechanischen Angriff (Aufhebeln, Aufbohren). Klassen RC1 bis RC6 nach DIN EN 1627. RC2 ist Standard für private Wohnungseingänge.

Diese drei Funktionen lassen sich in einer einzigen Tür kombinieren — aber das macht die Tür auch deutlich teurer. T30-RC2 als Wohnungs-Eingangstür ist eine sinnvolle Standardkombination für Mehrfamilienhäuser in Berlin: Brandschutz erfüllt, Einbruchschutz auf vernünftigem Niveau, kein Overkill.

Wer welche Klasse vorschreibt

In Berlin gilt die Bauordnung Berlin (BauO Bln) als Grundlage. Konkret in der Praxis:

  • Wohnung zum Treppenraum — meistens T30 (oder Rauchschutz-Tür RS)
  • Treppenraum zur Tiefgarage — meistens T90
  • Brandwand-Durchbruch — fast immer T90
  • Heizungsraum-Tür — T30, in größeren Gebäuden T90
  • Brandabschnitt zwischen zwei Gebäudeteilen — T90

Wer das definitiv festlegt: Ihr Brandschutz-Sachverständiger oder das Bauordnungsamt. Wir bei Montageteam Marx setzen die Tür ein, die der Brandschutz-Sachverständige verlangt — wir entscheiden das nicht selbst.

T30 vs. T90 — Preis und Aufwand

Grobe Werte aus Berliner Aufträgen 2024, jeweils inklusive Einbau:

  • T30 mit Standard-Beschlag — etwa 1.200 bis 1.800 Euro
  • T30 mit Dichtung und Anti-Panik-Schloss — etwa 1.600 bis 2.400 Euro
  • T30-RC2 Wohnungs-Eingangstür — etwa 1.800 bis 2.800 Euro
  • T90 Standard — etwa 2.200 bis 3.500 Euro
  • T90 mit Anti-Panik-Schloss und Tür-Schließer — etwa 3.000 bis 5.000 Euro

Der Aufwand liegt nicht nur am Tür-Element, sondern auch an der Zarge und am Anschluss. Eine T90-Zarge ist deutlich schwerer und braucht mehr Verankerung in der Wand.

Was bei einer Brandschutztür eingebaut werden muss

Eine Brandschutztür ist ein System — sie funktioniert nur, wenn alles korrekt verbaut ist:

  1. Tür-Element mit korrekter Klassifizierung (T30 / T60 / T90)
  2. Zarge ebenfalls in passender Klasse, fest mit der Wand verbunden
  3. Dichtung rundum — bei modernen Türen mit Quellbändern, die im Brandfall aufschäumen
  4. Schließer (oder Selbstschließer-Kraft im Beschlag) — die Tür muss von selbst schließen
  5. Bandseite und Schloss beide brandschutz-zertifiziert
T30-Brandschutz-Zarge mit Quellband-Dichtung und korrekt aufgetragenem Brandschutz-PUR-Schaum im Anschluss zur Wand
T30-Stahlzarge mit Quellband-Dichtung und zertifiziertem Brandschutz-PUR-Schaum am Wand-Anschluss — genau hier entscheidet sich, ob die Tür im Brandfall hält oder durchschlägt.

Wie eine Brandschutztür eingebaut wird — Schritt für Schritt

Wenn Sie sehen wollen, wie der Einbau einer T30-Brandschutztür konkret abläuft, dieses Workshop-Video zeigt den ganzen Prozess von Aufmaß bis Endmontage:

Häufige Fehler beim Einbau

Hier sehen wir die meisten Mängel — auch von professionellen Anbietern:

Häufige Mängel

1) Spalt zwischen Zarge und Wand wird mit normalem PUR-Schaum gefüllt — der schmilzt im Brand und die Tür funktioniert nicht.
2) Türschloss ist nicht brandschutz-zertifiziert — bei der Abnahme fällt das auf.
3) Türschließer ist zu schwach eingestellt — die Tür schließt nicht zuverlässig.
4) Dichtung wurde beim Einbau gequetscht oder beschädigt.

Bei Montageteam Marx haben wir die Brandschutz-Türen-Montage als Spezialgebiet — wir machen jährlich 30 bis 50 Brandschutztüren in Berliner Sanierungen. Mit zertifizierten Brandschutz-PUR-Schäumen, geprüften Schlössern und korrekt eingestellten Türschließern.

Berliner Bestandsbau — was bei Altbau-Sanierungen anders ist

Im Berliner Altbau ist der Brandschutztür-Einbau deutlich anspruchsvoller als im Neubau. Drei Eigenheiten:

Schiefe Bestandszargen: Original-Holzzargen aus den 1920er- bis 1960er-Jahren sind selten rechtwinklig. Wer eine moderne Brandschutz-Stahlzarge hier einbauen will, braucht entweder eine Spezial-Anpassung oder muss die Wand-Öffnung neu spachteln und ausrichten. Das ist regelmäßig der größte Kostenpunkt — manchmal 30 bis 50 Prozent der Tür-Kosten allein für das Wand-Aufmaß.

Dünne Wände im Treppenraum: In Berliner Bestandstreppenhäusern sind die Trennwände zwischen Wohnung und Treppenraum oft nur 11,5 cm stark (halber Stein). Die Brandschutzanforderung verlangt aber Wandstärken, die zum Türsystem passen. Wer hier eine T30-Tür einbaut, muss prüfen, ob die Wand-Konstruktion das überhaupt zulässt — sonst ist die Tür zwar eingebaut, aber das Brandschutzsystem als Ganzes nicht erfüllt.

Denkmalschutz im Vorderhaus: In denkmalgeschützten Berliner Häusern müssen Brandschutztüren oft optisch an die historische Tür angepasst werden — Holzfurnier statt Stahl, Sprossen statt Vollblatt. Diese Sonder-Anfertigungen kommen meist von Spezialherstellern wie Schörghuber und kosten 50 bis 100 Prozent Aufpreis gegenüber Standard-Türen.

Brandschutz mechanisch — und dann digital weiter denken

Eine T30- oder T90-Tür ist die mechanische Basis im Sicherheits-Konzept eines Gebäudes. Wer im Bestand saniert und sich diese Mühe macht, baut typischerweise im selben Zug die digitale Schicht dazu — vernetzte Rauchmelder, Wassersensoren am Heizungsraum, Smart-Lock am Wohnungseingang, Notruf-Routinen wenn niemand zu Hause ist. Brandschutz und Smart Home greifen genau da ineinander. In der Folge zu Solar und Smart Home unserer Schwestermarke Solarsorglos sprechen Solaria und Maik darüber, welche digitalen Sicherheits-Bausteine sich wirklich lohnen — und welche nur teure Spielerei sind.

Podcast · Solarsorglos · Februar 2026

Solarenergie und Smart Home — wo greift es wirklich ineinander?

Solaria und Maik diskutieren, wie Solar, Speicher und Smart Home zusammen geplant werden — von vernetzten Rauchmeldern und Wassersensoren bis zur intelligenten Lastverteilung im Eigenheim. Mit konkreten Beispielen aus Berliner Sanierungen.

Brandschutztür kaufen — direkt vom Hersteller oder über uns?

Manche Bauherren kaufen die Brandschutztür im Internet oder direkt beim Hersteller, lassen uns nur den Einbau machen. Das geht — aber Sie haben dann das Material-Risiko.

Was wir als Vollumfang anbieten:

  • Aufmaß und Bestellung der passenden Klasse
  • Lieferung über unseren Großhandels-Partner (Hörmann, Schörghuber, Novoferm)
  • Einbau mit allen Detail-Arbeiten
  • Zertifizierungs-Übergabe für die Bauabnahme

Bei reiner Einbau-Leistung (Tür wird vom Bauherrn beigestellt) übernehmen wir die Verantwortung für den Einbau, aber nicht für das Material. Falls die Tür Mängel hat oder die falsche Klasse ist, ist das Ihr Problem.

Häufige Fragen zu Brandschutztüren

Was ist der Unterschied zwischen Brandschutz- und Rauchschutztür? Brandschutztür (T30/T90) hält das Feuer mechanisch zurück. Rauchschutztür (RS) verhindert die Ausbreitung von Rauch — auch bei Türen, die nicht zwingend feuerfest sein müssen. Bei Wohnungseingangstüren in Mehrfamilienhäusern wird oft beides verlangt: T30-RS. Eine kombinierte T30-RS-Tür kostet ca. 200 Euro Aufpreis gegenüber reiner T30.

Müssen Wohnungs-Eingangstüren in Berlin immer T30 sein? Nein, nur in Mehrfamilienhäusern mit notwendigem Treppenraum (das sind die meisten Wohnhäuser). Bei Reihenhäusern oder freistehenden Häusern ohne durchgehenden Treppenraum gilt die Brandschutzanforderung meist nicht für die Wohnungstür, sondern nur für die Haustür ins Erdgeschoss.

Was kostet ein Tausch der Bestands-Brandschutztür? Bei Bestandszargen, die erhalten bleiben können: 1.200 bis 1.800 Euro pro Tür inklusive Einbau. Bei Tausch der kompletten Zarge plus Anpassung der Wandöffnung: 1.800 bis 2.800 Euro. Im denkmalgeschützten Altbau mit Sonder-Anfertigung: 3.000 bis 5.000 Euro.

Was bedeutet Anti-Panik-Schloss? Anti-Panik-Schlösser nach DIN EN 179 lassen sich von innen ohne Schlüssel öffnen, auch wenn von außen abgeschlossen ist. Pflicht in Fluchtwegen ab einer bestimmten Personenzahl, in Wohngebäuden meistens nicht erforderlich. Bei Bürogebäuden und größeren Gewerbeeinheiten Standard.

Wer prüft die Brandschutztür bei der Abnahme? Der Brandschutz-Sachverständige prüft im Rahmen der Bauabnahme: Klassifizierungs-Schild auf der Tür, korrekter Einbau (Schaum, Dichtung, Schließer), Funktion (Tür schließt selbsttätig). Bei Mängeln wird die Abnahme verweigert. Wir liefern bei jeder Brandschutztür eine vollständige Einbau-Dokumentation mit, die der Sachverständige direkt prüfen kann.

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Maik Marx

Maik Marx

Geschäftsführer Montageteam Marx · seit 2019 spezialisiert auf Brandschutz-Trockenbau und Brandschutz-Türen-Montage in Berlin · erreichbar direkt unter 0152 / 53935508.

Brandschutztür anfragen

Wenn Sie für Ihr Bauvorhaben Brandschutztüren brauchen, fragen Sie uns gerne an. Wir kommen vorbei, machen das Aufmaß und stellen Ihnen ein Angebot inklusive Tür, Einbau und Zertifizierungs-Übergabe — schlüsselfertig für die Bauabnahme.

→ Angebot für Brandschutztüren anfragen

— Maik Marx