Das Berliner Handwerk hat die geplante Ausbildungsabgabe klar abgelehnt. Die Debatte trifft eine Branche, die ohnehin unter Fachkräftemangel leidet. Als Berliner Handwerksbetrieb sage ich: Der Weg zu mehr Ausbildung führt nicht über neue Abgaben.

Das Deutsche Handwerksblatt berichtete Anfang Juli 2026: Das Berliner Handwerk lehnt die Ausbildungsabgabe ab — und das mit guten Gründen. Die Idee, Betriebe, die nicht ausbilden, mit einer Zwangsabgabe zu belegen, klingt auf den ersten Blick gerecht. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass sie das eigentliche Problem nicht löst.

Als Inhaber eines Berliner Montagebetriebs erlebe ich täglich, wie schwierig es ist, geeignete Nachwuchskräfte zu finden und dauerhaft zu halten. Die Debatte um die Ausbildungsabgabe berührt uns direkt. Deshalb möchte ich hier sachlich erklären, warum das Handwerk Nein sagt — und was stattdessen gebraucht wird.

Was ist die Ausbildungsabgabe — und warum ist sie umstritten?

Die Ausbildungsabgabe ist ein politisches Instrument, das Betriebe, die keine Auszubildenden beschäftigen, finanziell belasten soll. Die eingenommenen Mittel sollen dann an ausbildende Betriebe umverteilt werden, um Ausbildung attraktiver zu machen.

Klingt logisch — ist es aber nicht. Denn viele Betriebe bilden nicht aus, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie es schlicht nicht können. Fehlende Werkstattflächen, zu wenig Personal für die Betreuung, mangelnde Ausstattung oder die Tatsache, dass sich schlicht keine geeigneten Bewerbenden finden — das sind die echten Hindernisse.

Das Berliner Handwerk lehnt die Ausbildungsabgabe ab, weil sie Symptome bekämpft, statt Ursachen zu beseitigen. Eine zusätzliche finanzielle Belastung trifft kleine Betriebe besonders hart und schafft Bürokratie, die niemandem nützt.

Wie viele Ausbildungsplätze im Handwerk sind unbesetzt?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im deutschen Handwerk bleiben jedes Jahr tausende Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Handwerkskammer Berlin veröffentlicht regelmäßig aktuelle Zahlen zur Lehrstellensituation in der Region.

Das Problem liegt dabei nicht nur auf der Seite der Betriebe. Auch auf der Seite der Bewerberinnen und Bewerber fehlt es an Interesse, an Kenntnis über Handwerksberufe — oder an der nötigen Ausbildungsreife nach der Schule. Ein strukturelles Mismatch, das sich mit einer Abgabe allein nicht beheben lässt.

Wer wirklich mehr Ausbildungsplätze besetzen will, muss bei der Berufsorientierung in Schulen ansetzen, Praktika fördern und das Image handwerklicher Berufe stärken. Das kostet Engagement — aber keine neue Abgabe.

„Wer das Handwerk stärken will, muss mit dem Handwerk reden — nicht über Abgaben entscheiden, die am Ende niemandem helfen."— Maik Marx, Inhaber Montageteam Marx Berlin

Die Berliner Handwerkskammer: Ihr Ansprechpartner vor Ort

Viele Betriebe wissen gar nicht, welche Unterstützungsangebote es bereits gibt. Die Handwerkskammer Berlin ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Ausbildung, Betriebsberatung und Nachwuchsförderung.

Ob Sie einen Ausbildungsvertrag eintragen möchten, Fragen zur Ausbildungsvergütung haben oder Hilfe bei der Suche nach Bewerbenden benötigen — die HWK Berlin berät Sie kostenfrei und kompetent. Die Kontaktdaten finden Sie direkt auf der Website der Kammer.

Nutzen Sie die vorhandenen Strukturen, bevor neue Abgaben das System weiter belasten. Wer als Handwerksbetrieb ausbilden möchte, bekommt bei der Kammer echte, praktische Unterstützung — von der Azubi-Vermittlung bis zur pädagogischen Begleitung.

Ausbildungsabgabe abgelehnt: Berliner Handwerk sagt Nein — Montageteam Marx Berlin

Wie hoch ist die Ausbildungsquote in Berlin — und was sagt sie aus?

Die Ausbildungsquote beschreibt den Anteil der Auszubildenden an der Gesamtbelegschaft eines Betriebs oder einer Branche. Im Berliner Handwerk schwankt sie je nach Gewerk erheblich — im Baubereich und im Ausbauhandwerk liegt sie traditionell höher als etwa im Lebensmittelhandwerk.

Eine hohe Ausbildungsquote ist kein Selbstzweck. Sie zeigt, dass ein Betrieb in die Zukunft investiert, Fachkräfte selbst aufbaut und langfristig denkt. Wir bei Montageteam Marx setzen auf genau diese Philosophie — wer gute Mitarbeitende will, muss früh ansetzen.

Gleichzeitig darf man die Quote nicht überinterpretieren. Qualität vor Quantität gilt auch in der Ausbildung. Ein Betrieb, der einen Azubi wirklich gut ausbildet, leistet mehr als einer, der drei Azubis nur auf dem Papier führt.

Die DGUV weist zudem darauf hin, dass Arbeitssicherheit in der Ausbildung eine besondere Rolle spielt. Auszubildende sind statistisch häufiger von Arbeitsunfällen betroffen — auch das ist ein Aspekt, den kleine Betriebe bei der Entscheidung für oder gegen Ausbildung abwägen müssen.

Was das Handwerk stattdessen fordert

Die Ablehnung der Ausbildungsabgabe ist kein Nein zur Ausbildung — ganz im Gegenteil. Das Berliner Handwerk fordert positive Anreize statt Strafen. Folgende Maßnahmen wären aus Sicht vieler Betriebe sinnvoller:

Statt neuer Abgaben braucht es praxisorientierte Lösungen, die wirklich helfen:

  • Steuerliche Entlastung für ausbildende Betriebe statt neuer Abgaben für alle
  • Bessere Berufsorientierung an Berliner Schulen — Praktika und Handwerkstage
  • Vereinfachte Bürokratie bei Ausbildungsverträgen und Prüfungsanmeldungen
  • Förderung von Verbundausbildungen, damit auch kleine Betriebe ausbilden können
  • Imagekampagnen für Handwerksberufe, die junge Menschen wirklich erreichen
  • Begleitprogramme für Azubis mit schwierigen Startbedingungen (Sprachkurse, Nachhilfe)

Was bedeutet das für kleine Handwerksbetriebe in Berlin?

Kleine Betriebe wie unserer beschäftigen oft weniger als zwanzig Mitarbeitende. Eine zusätzliche Abgabe würde uns unverhältnismäßig stark treffen — nicht weil wir nicht ausbilden wollen, sondern weil Kapazitäten und Ressourcen begrenzt sind.

Ich verstehe den politischen Wunsch, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Aber eine Zwangsabgabe schafft keine einzige neue Stelle. Sie umverteilt Geld — und erzeugt dabei Verwaltungsaufwand, der am Ende wieder die kleinen Betriebe belastet.

Wer das Handwerk stärken will, muss mit dem Handwerk reden — nicht über es hinwegentscheiden. Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Aber auf Augenhöhe und mit den richtigen Werkzeugen. Mehr zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Leistungsseite.

Ausbildungsabgabe abgelehnt: Berliner Handwerk sagt Nein — Montageteam Marx Berlin
Das Wichtigste auf einen Blick

Das Berliner Handwerk lehnt die Ausbildungsabgabe ab — weil sie kleine Betriebe belastet, ohne neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Positive Anreize, bessere Berufsorientierung und weniger Bürokratie wären die wirksameren Mittel. Die Handwerkskammer Berlin ist Ihr erster Ansprechpartner bei allen Fragen rund um Ausbildung. Bestehende Förderprogramme von KfW und BAFA (Stand 2026, Änderungen vorbehalten) können Betriebe heute schon nutzen.

Förderung statt Abgabe: Was heute schon möglich ist

Wer seinen Betrieb zukunftsfähig aufstellen möchte, sollte die bestehenden Fördermöglichkeiten kennen und nutzen. Für energetische Maßnahmen am Gebäude, moderne Werkzeugausstattung oder digitale Prozesse gibt es heute mehr Unterstützung als je zuvor.

Die KfW und das BAFA bieten Programme, die auch Handwerksbetrieben zugutekommen — von der energetischen Sanierung über Effizienzmaßnahmen bis zur Weiterbildungsförderung. Informieren Sie sich frühzeitig, denn Konditionen und Verfügbarkeit ändern sich regelmäßig (Stand 2026, Änderungen vorbehalten).

Auch bei uns auf der Förderungsseite finden Sie aktuelle Hinweise, welche Maßnahmen in Kombination mit unseren Leistungen förderfähig sein können. Sprechen Sie uns gerne an — wir begleiten Sie von der Planung bis zur Umsetzung.

Wer außerdem über Gründung, Selbstständigkeit oder die AVGS-Förderung nachdenkt, findet bei plan-genial.de nützliche Orientierung rund um den Start ins Berufsleben — passend auch für Handwerksgesellen, die den Meisterbrief und die eigene Selbstständigkeit anstreben.

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Egal ob Trockenbau, Fenstermontage, Sanitärarbeiten oder energetische Sanierung — wir sind Ihr verlässlicher Partner in Berlin und Umgebung. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und erhalten Sie eine unverbindliche Einschätzung zu Ihrem Vorhaben.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Ausbildungsabgabe in Berlin?

Eine konkrete, gesetzlich festgelegte Höhe gibt es derzeit nicht — das Modell befindet sich in der politischen Diskussion. Das Berliner Handwerk hat den Vorstoß jedoch klar abgelehnt (Stand: Juli 2026). Genaue Beträge wurden in den Entwürfen nicht abschließend definiert; die HWK Berlin informiert über aktuelle Entwicklungen.

Wie viele Ausbildungsplätze im Handwerk sind unbesetzt?

Im deutschen Handwerk bleiben jedes Jahr bundesweit zehntausende Ausbildungsplätze unbesetzt. In Berlin ist die Situation besonders in technischen Gewerken wie Elektro, Sanitär und Ausbau angespannt. Aktuelle Zahlen veröffentlicht die Handwerkskammer Berlin auf ihrer Website.

Wer ist mein Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Berlin?

Die Handwerkskammer Berlin (HWK Berlin) ist Ihre erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um Ausbildung, Betriebsberatung und Nachwuchsförderung. Sie erreichen die HWK Berlin über www.hwk-berlin.de oder telefonisch über die dort angegebenen Servicenummern. Für Ausbildungsfragen gibt es spezialisierte Beratungsteams.

Wie hoch ist die Ausbildungsquote in Berlin?

Die Ausbildungsquote im Berliner Handwerk variiert stark nach Gewerk. Im Ausbauhandwerk und Baubereich liegt sie traditionell höher als in anderen Bereichen. Konkrete aktuelle Prozentzahlen veröffentlicht die HWK Berlin in ihrem jährlichen Geschäftsbericht. Bundesweit liegt die Ausbildungsquote im Handwerk deutlich höher als in vielen anderen Wirtschaftsbereichen.

Was kann ich als Handwerksbetrieb tun, um leichter Auszubildende zu finden?

Nutzen Sie die kostenfreie Lehrstellenbörse der HWK Berlin, kooperieren Sie mit Berliner Schulen für Praktika und Berufsorientierungstage, und sorgen Sie für eine attraktive Außendarstellung Ihres Betriebs. Verbundausbildungen mit anderen Betrieben ermöglichen es auch kleinen Unternehmen, offiziell auszubilden.

Ein persönliches Wort von Maik

Als Berliner Handwerker bewegt mich die Debatte um die Ausbildungsabgabe wirklich — und zwar nicht als abstrakte Politikfrage, sondern als konkretes Thema, das unseren Alltag betrifft. Ich bilde gerne aus, wenn die Bedingungen stimmen. Was mich und viele Kollegen jedoch frustriert, ist die Vorstellung, dass eine neue Abgabe das lösen soll, was eigentlich ein Problem der Wertschätzung, der Berufsorientierung und der Rahmenbedingungen ist. Wir brauchen keine zusätzliche finanzielle Last — wir brauchen Partner: in Schulen, in der Politik, in der Öffentlichkeit. Das Berliner Handwerk hat klar Nein gesagt, und ich stehe hinter dieser Entscheidung. Gleichzeitig sage ich genauso klar: Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen und jungen Menschen eine echte Perspektive zu bieten. Wenn Sie selbst auf der Suche nach einem zuverlässigen Handwerksbetrieb für Ihr nächstes Projekt sind, stehen wir vom Montageteam Marx bereit. Sprechen Sie mich gerne direkt an — ich freue mich auf Ihre Nachricht.

Maik MarxInhaber Montageteam Marx · Berlin

Mehr über mich und meine Projekte: maikmarx.de · plangenial.de

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